Meine Entdeckung des Burgtheaters geht in die zweite Runde und bevor ich euch heute erzähle, was es in der zweiten Burgtheaterführung so zu sehen gab, gebe ich euch eine Mini-Einführung zum Haus.
Zu Beginn stand das Burgtheater direkt an der Burg – ergo der Name. Sehen könnt ihr das im Druck, den ich im letzten Post gezeigt habe. Im Zuge des Ringstraßenbaus, als die Stadtmauer niedergerissen und all die Prachtgebäude rund um die Wiener Ringstraße gebaut wurden, entstand auch das heutige Burgtheater. Es steht gegenüber dem Rathaus, neben dem Volksgarten und schräg gegenüber zum Uni-Hauptgebäude.
Gebaut wurde es am 1874. Eröffnet wurde es 1888.

Der Bühnenraum und das Foyer befinden sich im mittigen Teil des Gebäudes. Diesen Teil haben am Ende des 2. Weltkrieges Bomben getroffen, sodaß vom Original Zuschauerraum nichts mehr vorhanden ist. Geht man heute in die Burg (so nennen die Wiener das Burgtheater), dann hat vieles darin den seufzbaren 50er Jahre „Charme“.
Einzig der Eingang und die Seitentrakte sind noch im Original erhalten. Und Oh mein Gott! – welch Unterschied!

Im Zuschauerraum war ich noch nicht, aber an den folgenden Bildern könnt ihr erahnen, wie das Haus innen so gestylt ist.


Die beiden Seitentrakte und deren Deckengemälde spielten die Hauptrolle in eben dieser zweiten Führung, die ich besucht habe. Was ich nicht wusste, oh, was weiß ich schon über meine eigene Stadt, ist, dass die Deckengemälde in der Burg von Gustav Klimt, seinem Bruder Ernst Klimt und Franz Matsch stammen. Gustav Klimt war damals noch keine 30 und ein aufstrebender, eher unbekannter junger Künstler. Dass dieses Trio den Auftrag für die Gemälde bekam, lag mehr daran, dass die Nummer eins, die hätte malen sollen verstorben war und daran dass Gustav die richtigen Leute kannte. (In Wien immer gut!)


Jetzt wisst ihr wie diese Seitentrakte innen aussehen. Dezent ist was Anderes. Was ihr nicht wisst, ist, dass im September 2024, als der Wienfluss beinahe übergegangen wäre, das Wasser durch das Dach eines der Seitentrakte im Burgtheater gelang und mitten im Romeo & Julia Bild von Gustav Klimt als Wasserfleck einen Auftritt hatte. Woraufhin das Bild nach der Reparatur des Daches gereinigt wurde. Mit dem Ergebnis, dass das eine Bild an der Decke in frischen Farben erstrahlte und der Rest den Staub der letzten 70 Jahre sichtbar machte.
Die Entscheidung dann doch gleich die gesamten Decken – auf beiden Seiten – zu erneuern wurde nur mehr getopt davon, dass man Führungen hinauf auf die Gerüste plante, damit man den Gemälden so nah sein kann, wie noch nie.


Und da oben rumspazieren ist dann schon cool.









Die Bilder geben nur einen fahlen Eindruck wieder von der beeindruckenden Pracht, die das Ganze ausstrahlt. Es ist schon richtig schön. Die Treppen, die Schnörksel, die Gemälde. Vielleicht ein bissi zu schön. Sehenswert auf jeden Fall. Dass die Burg ein solches Zentrum für Wien war, war mir nicht ganz klar.
Bin jetzt dabei mir Karten für ein Stück zu besorgen. Sie kriegen eine Chance!

