Das habe ich schon des Öfteren gehört. Und ich stimme dem vollinhaltlich zu. Denn ich hatte in meinem Haushalt 2 Kinder, wobei man sich diese bitte 1,60m aufwärts denken möge, und jetzt habe ich „nur“ mehr 1 Kind im Haushalt und der Unterschied ist gigantisch. Und dass wo der Große doch bereits sehr selbständig war. Der konnte sich, im Vergleich zu einem Kleinkind, anziehen, aufs Klo gehen, selber essen, selber kochen gar. Er hat die Schule beinahe vollständig alleine gemeistert. Sprich, er war, jetzt so von der Basisversorgungsseite her, keine echte Last.

Man würde also meinen, dass dieser Auszug, naja, irgendwie nicht so wirklich auffallen würde. Und doch …

Der Herbst klopft an die Tür. Die Sonne steht tiefer, der Wind ist kühl. Ich muß mir schon deutlich mehr anziehen. Ach ja .. und die Schule ist wieder da!

Und damit auch der Elternabend. Ich leide an einer ausgeprägten Elternabend-Phobie. Das war nicht immer so. Ganz am Anfang, war ich auf die Info, die einem bei so einer Veranstaltung mitgeteilt wird, tatsächlich angewiesen. Aber ziemlich schnell trat der Mehrwert dann langsam, na sagen wir mal, in den Hintergrund.

So schnell kann man gar nicht schauen und da sitzt der Sohn im Auto, dasselbe bis oben voll mit Kisten, eine Pflanze am Schoß und sagt sowas wie „ein Abenteuer beginnt!“
Na, mehr braucht man als Mutter ja wirklich nicht. Der Wirbelwind der tränenschwangeren Gefühle verbirgt sich gekonnt – so hofft sie – hinter einem leicht verwirrten Gesichtsausdruck. Schließlich will man dem Kind ja nicht die Verantwortung für das Glück der Mutter auf die Schultern legen.

Wie fasst man etwas in Worte, dass man gar nicht kapiert? Hm, ich denke diese Erfahrung machen wir wohl alle immer wieder mal im Leben. Ich für meinen Teil stecke gerade mitten in sowas drin. Mein Sohn – großer Seufzer – ist ausgezogen. Und ich bin gerade in einer Art Übergangs-Gewöhnungsphase. Es saust in meinem Kopf und ist dabei doch ganz still.

Nun verhält es sich ja so, dass Mütter alle gleich sind. Also nicht komplett, aber dann in bestimmten Bereichen eben doch. Ich bin zum Beispiel gerade durch das Zimmer meiner Kinder gegangen und da lagen sie dann. Süß, schlafend, riesig irgendwie und so friedlich (es ist ein Wochenendmorgen.) Ich bin kurz stehen geblieben und habe geschaut. Auf meine Kinder. Und in ein paar Sekunden blitzten sie mir als Baby, als krabbelndes Sabbermonster, als Schulanfänger, lachend, weinend, hüpfend und eben .. schlafend durch den Kopf. Und alle Gefühle dazu.

Die Kampfsport-Disziplinen in einem Pubertier-Haushalt sind mannigfaltig. Da sind zum Einen Kaltschnäuzigkeit, Brutalität, Grausamkeit und dann gibt es noch so Themen wie Desinteresse, Augenrollen, Nicht-Hören und besonders hart umkämpft das Wieso-ich?
In keiner dieser Diszplinen hat man als Mutter Aussicht auf einen Stockerlplatz.