Vom Nest: #perimenopausalme

Wenn ich, so wie neulich, für ein paar Tage verreise, dann besteht meine größte Sorge darin, dass ich eines meiner Pulverchens vergessen könnte. Will sagen, die Liste meiner Tabletten, Cremes, Öle, Kapseln und nicht zu vergessen Gele, die ich brauche um mich einigermaßen „normal“ zu fühlen, macht der Medikamenteliste eines Patienten in der Intensivstation alle Ehre.

Zwei Jahre hat es gedauert bis ich heraus hatte, was mich am Laufen hält. Und das herausgetüftelte System ist so fragil wie mein Hormonschwankungen unberechenbar sind. Wenn ich aber von Magnesium über Progesteron, Vit. D und Estradiol meine Basisversorgung zufüttere, dann, ja dann kann mir auch das kaltgraue Hochnebelwetter in meiner besten-Aller-Stadt nicht so wirklich was anhaben.

Und trotzdem findet ihr mich zur Zeit immer wieder mal gefühlsschmerzverzerrt in mein Kopfpolster hineinheulen, als würde ich für ein Vorheulen üben um in eine Wolfsrudel aufgenommen zu werden.

Ursache: ich emptyneste.

Und das wo ein Kind ja sogar noch (NOCH!!) bei uns wohnt und das Andere ja eigentlich schon seit zwei Jahren nicht mehr zu Hause weilt.
Der Wechsel meines Sohnes ins Ausland hat aber eine neue Dimension von „ausgezogen“ Realität werden lassen. Ich erspare euch die Details, ihr müsst mir nur soweit vertrauen, als ich euch sage, dass es in diesem Fall eben doch deutlich mehr aufregend ist ins Ausland zu gehen, als „nur“ von den Eltern auszuziehen.

Wiedemauchimmer mein Herz quetscht es in unvorhersehbaren Intervallen fest zusammen. Ich jaule dann auf und vermisse meinen 20 jährigen Sohn, wie ich ihn die letzten 2 Jahre nicht vermisst habe. Irre.
Tränen inklusive. Eh klar.

Ach, ich wär so gerne cool.
Meine Selbstanalyse hat ergeben, dass das mit Hormonen nix zu tun hat. Das ist das Loslassen, während wir gleichzeitig näher sind, als wir es die letzten Jahre eben waren.
Immerhin habe ich vom empty-nest schon gehört. Diese Katastrophe erwischt mich nicht ganz so unvorbereitet, wie das Klimakterium mit all seinem Pipapo.

Nur so gefragt:
Welche Überraschungsphasen kommen denn noch so auf mich als Frau zu in den nächsten 20 Jahren über die „man“ halt einfach nicht redet.
Ganz ehrlich: ich hätte dann gerne mal ne Weile Ruhe.

Nur so.

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