Es gibt ja in verschiedenen Sprachen Worte für Zustände, die wir alle kennen: Ich persönlich brauche ein Wort für das Gefühl, das man hat, wenn man eine, häufig kleine, Verletzung hat und plötzlich bei jeder alltäglichen Bewegung genau den Körperteil benötigt, der eben dieses kleine Aua hat. Und jedesmal spürt man es dann. Warum gibt’s da kein Wort dafür?

Der Herbst klopft an die Tür. Die Sonne steht tiefer, der Wind ist kühl. Ich muß mir schon deutlich mehr anziehen. Ach ja .. und die Schule ist wieder da!

Und damit auch der Elternabend. Ich leide an einer ausgeprägten Elternabend-Phobie. Das war nicht immer so. Ganz am Anfang, war ich auf die Info, die einem bei so einer Veranstaltung mitgeteilt wird, tatsächlich angewiesen. Aber ziemlich schnell trat der Mehrwert dann langsam, na sagen wir mal, in den Hintergrund.

Mein Mann und ich wir sind Gegensätze. Ich bin schwarz, er weiß. Ich bin schrill, er ist still. Ich mag die orangene Hälfte vom Twinni, er die grüne. Ich esse das Brüsterl, er das Haxerl. Ich spreche, er hört nicht zu. Wenn er was sagt, verstehe ich was anderes.
Kurz: Wir sind ein DreamTeam.

Es ist anstrengend in einem DreamTeam, aber es lohnt sich. Ich lerne Dinge, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Und wie es scheint geht es ihm genauso. Ich wüsste schlicht überhaupt nichts über „Clash of Clans“ oder über diese eine, vermalledeite Briefmarke, mit der ich meinen Haushalt tausendfach teilen muss.

Wie fasst man etwas in Worte, dass man gar nicht kapiert? Hm, ich denke diese Erfahrung machen wir wohl alle immer wieder mal im Leben. Ich für meinen Teil stecke gerade mitten in sowas drin. Mein Sohn – großer Seufzer – ist ausgezogen. Und ich bin gerade in einer Art Übergangs-Gewöhnungsphase. Es saust in meinem Kopf und ist dabei doch ganz still.

Die Kampfsport-Disziplinen in einem Pubertier-Haushalt sind mannigfaltig. Da sind zum Einen Kaltschnäuzigkeit, Brutalität, Grausamkeit und dann gibt es noch so Themen wie Desinteresse, Augenrollen, Nicht-Hören und besonders hart umkämpft das Wieso-ich?
In keiner dieser Diszplinen hat man als Mutter Aussicht auf einen Stockerlplatz.

Mit dem Lesen ist das ja so eine Sache. Die meisten Menschen lesen gerne. Es gibt eigentlich nur ein Problem mit dem Lesen. Das Wann?
Bei uns im Haus wird gerne abends im Bett gelesen, was uns unwillkürlich zu einer Familie macht, die eher langsam durch die Bücher kommt. Denn, das weiß jeder, der schon mal abends müde ein Buch in die Hand genommen hat, lesen im Bett mit Müdigkeit auf den Lidern ist nur eine andere Art des Schäfchen zählens.

Zur Zeit fühle ich mich nicht wirklich wie Hausfrau, zur Zeit bin ich mehr Baufrau. Ich fahre nicht wie sonst zu dieser Jahreszeit in die Gärtnerei, sondern zum Baumarkt. Ich kaufe nicht Geranien, sondern Verputz. Ich spachtle, ich kratze und schabe, ich verlege, male und neuerdings mache ich sogar in Regenrinne. Ich finde diese Seite an mir, wenn ich denn einen Moment finde um darüber nachzudenken, cool, aber schon auch ein wenig verwirrend.