Gelesen KW 10 – George W. Bush

Diese Woche habe ich für euch etwas gesehen nicht gelesen. Aber es ist nicht weniger bemerkenswert, wie ich meine!

Es geht um den ehemaligen Präsidenten der USA George W. Bush. Er ist ja jetzt Privatmann und hat  zu malen begonnen. Er hat sich einen Lehrer kommen lassen und hat malen gelernt.

Zunächst malte er Hunde. (Dazu mag man sich denken, was man will.) Dann begann er mit Portraits . Er ließ sich Bilder zusenden und hat von diesen dann abgemalt. Und zwar amerikanische Kriegsveteranen.

Diese Gemälde hat er jetzt in einem Buch zusammengefaßt und veröffentlicht. Ein Teil der Einnahmen geht an Veteranenvereine.

Alles durchaus interessant, alles durchaus lobenswert.

Was ich aber so bemerkenswert fand, war etwas ganz anderes:

George W. Bush (das W. steht für Walker – nur so nebenbei) wurde ja während seiner Amtszeit viel Hops genommen, weil er nicht wirklich zu den Gebildetsten gehört, die das Land zu bieten hat. Er galt häufig als tollpatschig und unbeholfen. (Legendär sein „Fluchtversuch“ bei verschlossener Tür) Und es gibt unzählige Anekdoten, die nicht nur von den Demokraten immer sehr gerne für einen Lacher herhalten mußten.

Und dann kam Donald Trump. Und sie verstummten, die Leute, die sich über Bush lustig machten, denn gegen den amtierenden Präsidenten erscheint Bush geradezu würdevoll.

Nun hat er eben dieses Buch veröffentlicht und ist diese Woche durch sämtliche TV-Shows getingelt um dafür die Werbetrommel zu rühren. Und was man zu sehen bekam, hat mir wirklich zu denken gegeben. Der Typ war beinahe schon cool. Immer noch ein wenig holprig, aber mit Selbstironie. Das Lachen immer noch nicht wirklich entspannt, aber die Worte kamen schlagfertig und durchaus mit Inhalt.

Das ich das mal über ihn sagen würde, hätte ich nicht gedacht.

Er saß bei Ellen in der Show, machte Scherze über seinen Alkoholismus, zeigte Stolz und Glück, dass seine Eltern beide noch leben, sprach über die Teilung des Landes und über die Rolle der Medien in einer gesunden Demokratie. Er sagte:

George W. Bush:

„The Nation needs a free and independent press. And the reason why is, that power can be very corrupting. And we need a press corps to hold politicians to account. Including me.

And yeah, I didn’t like it sometimes when people said things about me, but, you know, that’s the job. I always viewed the relationship … I’m gonna drop a big word by you … as a  SYMBIOTIC relationship!“

Ellen: „uuuuh! – 4 syllables!“

George W. Bush: „Don’t ask me to spell it!“

So wie heute Alec Baldwin in der Satire-Sendung Saturday Night Live Donald Trump parodiert, so wurde auch George W. Bush parodiert. Als er diese Woche bei Jimmy Kimmel zu Gast war (zum Interview), erwähnte er, dass seinerzeit Steve Bridges sein Lieblingsnachmacher war. Und er erzählte davon bei einem White House Correspondents‘ Association Dinner Seite an Seite mit ihm aufgetreten zu sein.

Bitteschön!

Sehr gelungen, zahlt sich aus, wenn auch nur kurz, aber doch reinzuschauen.

Dieser Post soll in Erinnerung rufen, dass Präsidenten immer schon parodiert wurden und dass eine kritische Presse eine wichtige Rolle spielt in unserem System. Und er soll zeigen, dass man mit dieserlei Kritik umgehen können sollte. Man kann diesen Job auch mit Humor nehmen. Ausgerechnet George W. Bush hat mir das diese Woche bewiesen!

Man lernt nie aus!