Es gibt ja so Tage, da rennt man und rennt man durchs Leben und kriegt sowas von Nix dabei erledigt, dass es schon wieder erwähnenswert ist.
Als perimenopausales Prachtexemplar ist meine Leistungskurve ja eine Wellenlinie. Nicht selten beginne ich Task eins nur um mittendrin zu vergessen, was ich eigentlich gerade mache, beginne dann entspannt Task zwei um nach der Fertigstellung dessen verwirrt mit einem Gefühl des ich-habe-es-nicht-fertig zurückzubleiben, obwohl ich ja vor meinem gerade fertiggestellten Task stehe.
Wie sich das alles gestaltet, wenn dazwischen eine Freundin anruft, oder der Postler klingelt, will ich euch gar nicht zumuten. Sagen wir mal so. Die ToDoListe hat sich als meine wertvollste Angewohnheit herauskristallisiert. Ich tätat sonst manchmal vergessen den zweiten Socken anzuziehen. Natürlich sind diese Verwirrungsintensitäten gepflegten Schwankungen unterworfen. Die meisten Tage würde man mich für völlig normal halten. Das Heimtückische ist ja, dass die Brain-Fog-Narrenkastl-Tage völlig unangekündigt und auch ungefragt stattfinden. Einfach so. Juhu!
Und dann, dann gibt es die Tage, da will die Welt nicht mit mir. Obwohl ich ganz normal bin. Da bin ich dann eine Donna Quixote und die Welt ist voller Windmühlen. So geschehen gestern.
Alles, wirklich alles, was ich außer Haus zu erledigen hatte, war am Ende unerledigbar und wenn doch, dann teurer. Dabei haben mir die Baustellen der Umgebung zu ein paar Tausend Schritten mehr als eigentlich notwendig verholfen und um die Sache sportlich aufzupeppen habe ich dabei fünf Kilo Müll mit mir herumgetragen, die ich spezial entsorgen wollte nur um herauszufinden, dass ich das Zeug zu Hause in den gewöhnlichen Mist zu hauen habe.
Als ich mir zum Trost ein nettes Shopping-Erlebnis in einem Lieblings-Geschäft als Belohnung für all das Schiefgegangene gönnen wollte und ich mit dem Müll dafür nochmal zwei Häuserblocks weiterzugehen hatte, war dieses Geschäft auf Urlaub.
Positiv hervorheben, der Fairness halber, möchte ich, dass es die ganze Zeit immer mehr zugezogen, es aber nicht zu regnen begonnen hat. Die Temperatur war sogar richtig angenehm. Auch war das Essen, das ich mir mittags gekauft habe, gut. Dass es mir den Nachmittag über die ganze Zeit sauer aufgestoßen hat, war allerdings nicht so sexy. Irgendwann habe ich dann aufgegeben und mich mit dem Strickzeug aufs Sofa gesetzt. Wenn die Welt nicht will, dann halt nicht.
Zum Friseur sollt ich auch wieder mal.
Kommt auf die ToDoListe.
