Freiheit 2.0 – Design your life

Ich weiß ja nicht wie es bei euch so war/ist, aber über die Jahre haben sich verschiedene social-Media-Kanäle einen Raum in meinem Leben erschlichen und mir Zeit und ich muss leider auch zugeben einiges an Freiheit geraubt.

Sei es auf facebook, instagram am Handy oder ganz klassich die lieben, alten e-mails. Ich bin viel online. Ich fand: zu viel. Und das wo ich ja nicht mal auf what’s app bin – eine Dauerbeschussanlage, wie ich feststelle, wenn ich mich mit einem what’s apper auf eine Sachertorte treffe.

Die Newsletter Massen

Vor ein paar Wochen habe ich begonnen das Schritt für Schritt zu ändern. Begonnen habe ich damit bis auf eine Handvoll Ausnahmen alle Newsletter abzubestellen. Gute Güte, was ich Newsletter bekommen habe! Es ist mir gar nicht so sehr aufgefallen. Ich habe sie ja durch die Bank ignoriert. Manchmal gelöscht, manchmal einfach nur übergangen. Aber jetzt wo ich mir die Mühe mache sie alle abzubestellen, jetzt sehe ich wie viele das eigentlich sind/ waren.

Mittlerweile lösche ich seit 4 Wochen und immer noch tauchen Newsletter auf, die eben erst jetzt aufpoppen. Shocking!

Ergebnis soweit: deutlich systemberuhigtes mail-Eingangsfach. Angenehm! Sehr angenehm! Was reinkommt ist an mich. HUCH!

Facebook ist gar nicht mal so super

Als nächstes auf meiner Veränderliste stand meine facebook-Konsum. Vorab: mein Verhältnis zu fb ist sehr gespalten. Ich nutze zwar gerne die Möglichkeit mit Leuten in Kontakt zu bleiben, die ich sonst wohl komplett aus meinem Leben löschen müsste, allerdings ist mir der Rattenschwanz an „Nebenwirkungen“ (Filter-Blase, Datensammelei) sehr zuwider.

Bis vor kurzem habe ich via fb vor allem Zeitung gelesen. Handverlesene 20 Zeitungen und Magazinen hatte ich geliked, die mich die letzten 3 Jahre auf dem Laufenden gehalten haben. Vor ca. 2 Monaten hat sich das aber geändert. Irgendein Update der Timeline hat meine News-Liste gelöscht. Weil ich nicht gleich eine neue Liste erstellen wollte, war ich ein paar Wochen genötigt via Timeline Nachrichten zu konsumieren. Und das hieß natürlich sich völlig dem Algorithmus auszusetzen. Das Ergebnis: ein unglaublicher Schrott.

Ich habe ganz intuitiv begonnen die Zeitungen wieder direkt über deren Homepages bzw. via feed zu lesen. Die fb-Timeline meide ich zur Zeit wie die Pest. Das Ergebnis: ich bin weniger auf fb. Deutlich weniger. Und wenn ich dann dort bin, ist mir eher fad. Da ist für mich viel Qualität den Bach runtergegangen. Aber ich habe da noch ein paar Fun-Seiten geliked und natürlich ein paar Blogs, die mir wichtig sind. Der Rest fällt einfach fb zum Opfer.

Warum ich nicht ganz aussteige?

Nun, zum einen habe ich halt ein paar alte „Havara“, an deren Leben ich nur mehr via fb teilhabe, zum anderen habe ich für mamimade eine fb-Seite und für Aktionen wie „This is not okay“ und auch den Katalog der Nähbloggerinnen ist fb von relevanter Bedeutung. Ich möchte fb benutzen, nicht fb mich. Das ist das Ziel.

DAS BESTE PROJEKT, AN DEM DU

JEMALS ARBEITEST, BIST DU!

Die Zeit und vor allem die Ruhe, die ich dadurch genieße, sind mehr als wertvoll. Ich bin ja, wie wir alle, ständig im Wandel. Im Moment entdecke ich die Qualität der Zeit wieder. Also qualitätsvolle Zeit für mich oder meine Family. Ganz wurscht.  Ich genieße mein Leben deutlich mehr. Dieser Rückzug zu mir selber, diese Distanz zu der Online-Scheinwelt, das ist pure Medizin für die Seele. Und zwar heute – in dieser so dichtgepackten Welt voller Extreme. In einer Zeit, in der man vor lauter Sorgen und Informationen schon mal geneigt ist das Wesentliche zu übersehen.

Das eigene Leben.

Es ist ja nicht so, dass ich nicht gerne im Netz wäre, aber wenn ich mir das Gesamtbild meines Lebens ansehe, dann nehmen all die Online-Möchtegern-Wichtigkeiten einen völlig überzogenen Platz ein in meinem Leben. Nahmen ihn ein.

Daher „erarbeite“ ich mir jetzt einen Plan, wie ich das in Zukunft machen möchte, denn wie Nigel Marsh so schön in seinem Vortrag zur Work-Life-Balance sagt (durchaus sehenswert):

IF YOU DON’T DESIGN YOUR LIFE,

SOMEONE ELSE WILL DESIGN IT FOR YOU.

Also désigne ich zur Zeit nicht nur Kleidung,

auch mein Leben.

Cool!

Ich war mitten am Grübeln für diesen Post, da bin ich über Svenjas Blogbeitrag gestolpert.

Sie entdeckt ihre Freiheit auch gerade neu. Man sieht, frau ist nie alleine! 🙂