gehört, gelesen KW 25 – vom Hut, Australien und Revolutionen

Heute kann ich mich nicht entscheiden. Deswegen bekommt ihr ein Sammelsurium an Wissenswertitäten.

Zuerst bin ich über einen Artikel in der Wiener Zeitung gestoßen, der, für mich herrlich verwirrend umschreibt, dass auch die Australier leiden, wenn sie, was durchaus vorkommt, mit Austria verwechselt werden.

Hierzu sei meinen deutschen Leserinnen nur kurz angedeutet, dass man als Österreicher außerhalb Europas, gerne nach Australien exportiert wird. Ist halt viel im weltweiten Contest bekannter so und klingt zudem, muss frau ehrlich zugeben, sehr ähnlich.

In diesem Artikel allerdings wird die andere Seite erläutert. Demnach ist es für Australier sehr unangenehm mit Österreich verwechselt zu werden. Sie halten Österreich, für ein Land mit enorm viel Kultur und ebensoviel Geschichte. Dinge, die der verhältnismäßig junge Staat nicht so auf der Kante hat. Ist ihnen dann ein wenig peinlich.  … wär mir so nie eingefallen.

War mir völlig neu diese Info und ich finde sie ausnehmend charmant.

gelesen:

Wiener Zeitung

Quelle: Twitter

Die zweite Geschichte dieser Woche trug die Queen am Kopf als sie mit ihrer Rede das Parliament eröffnete. In dieser Rede ging es ausnehmend viel um den Brexit, was es um so bemerkenswerter machte, dass die Queen aussah, als trüge sie die EU-Flagge als Kostüm.

Hat die alte Dame damit einen Protest zum Ausdruck gebracht? Das wäre mehr als untypisch für sie. Andererseits muss man ehrlich sagen, dass das ja wohl wahrlich kein Zufall gewesen sein kann.

gelesen:

BBC

ORF

Und zu guter letzt habe ich dann am Mittwoch eine wundervollen Beitrag im Radiokolleg auf Ö1 gehört. Da ging es diese Woche um alle möglichen Aspekte zum Thema Revolutionen. Wieso, weshalb, wie, wann und natürlich auch warum, einige scheitern und einige Erfolg haben.

Ich fasse mich kurz, gebe hier nur mein eines Aha! wieder. Da wurde ein wesentliches Detail, das zum Erfolg der „samtenen Revolution“ (Fall des Ostblocks) beigetragen hat, erläutert.

Vorab muss ich noch erwähnen, dass Revolutionen niemals zu einer raschen Stabilisierung der Lage geführt haben, wenn sie gewaltsam abliefen. Gewaltsam im Sinne von, dass sie die herrschende Schicht niedermetzeln. Es hat in Frankreich über 80 Jahre gedauert, bis sich das Land nach der Revolution, beruhigt hatte.

Wo war ich?

Ja genau, ihr werdet euch vielleicht daran erinnern, aber der Fall des eisernen Vorhangs, Ungarn, die Tschechoslowakei, die DDR, Polen .. das lief alles verhältnismäßig friedlich ab. Es war aufregend, es war immer spannend, es hätte auch kippen können .. ist es aber nicht.

Gekippt ist es in Rumänien. Da hat der Mob sich gerächt. Grausam.

Warum Rumänien?

Nun, Rumänien war das einzige Land in dem keine russischen Truppen stationiert waren. Es gab in Rumänien keinen Schiedsrichter. Es gab, O-Ton Radiokolleg, niemanden der die Eliten vor dem Mob schütze und niemanden der den Mob vor den Securitate-Leuten schützte. Deswegen kam es zu einer Bürgerkriegs-ähnlichen Situation.

In allen anderen osteuropäischen Staaten gab es sowjetische Truppen und Gorbatschow sorgte dafür, dass das Regime nicht auf die Bevölkerung schoss und das die Protestierenden die Kommunisten nicht lynchen.

Und dann der Satz: Die Bedeutung Michael Gorbatschows für die friedliche Transformation Ost-Europas könne man gar nicht hoch genug einschätzen.

Ich hatte das gewußt, aber vollumfänglich erkannt habe ich es diese Woche!

Merci Michael!

Und euch ein schönes Wochenende

Das Ö1 – Radiokolleg kann noch bis nächste Woche Mittwoch online nachgehört werden. Ich kann es sehr empfehlen. Hier geht’s zu Ö1.