In so einer Hitze verliert man ja die Kontrolle über so Manches. Durchaus fordernd finde ich persönlich den Verlust der Beziehung zu meinem Haupthaar.
Mein Haare und ich, wir verstehen einander an sich durchaus gut. Wir sind jetzt nicht die allergrößten Fans voneinander, aber wir wissen einander zu schätzen. Es hätte uns schlimmer treffen können.
So leben wir jahrein, jahraus friedlich nebeneinander her. Beide Seiten zu gewissen Kompromissen bereit.
Nur in einer Hitzewelle, da lässt mich mein Haar förmlich in der Wüste stehen. Und zwar in völlig entglittenem Look. Es macht wenig Sinn in die Details zu gehen und über Glätte oder Locken-Probleme zu fabulieren. Jede Frau hat da so ihr Ding. Was mich in der Hitzewelle zunächst schockiert und dann doch wieder ein wenig fasziniert hat, ist diese völlige Freiheit, die sich mein Haar dann einfach nimmt. Keine Vorwarnung, keine Anfrage. Mein Haar lässt einfach los.
Ja, genau! Ich glaube es ist tatsächlich ein bißchen wie mit Elsa in „Frozen“, wie sie da am Gletscher steht und wild entschlossen „Let it go!“ singt. Es ist halt weit und breit kein Gletscher in Sicht. Und auch werde ich durch diese Verwandlung/Selbstfindung nicht wunderschön. Nein, nein. Nicht diese eine Elsa. Aber die Freiheit Elsa! Die ich-mit-mir Elsa! Ja, genau die!
Mein Haar findet sich in einer Hitzewelle. Es befreit sich von Styling-Ideen, Pflegeprodukten oder solcherlei Krimskrams. Es wirft alles von sich und ist am Ende befreit. Befreites Haar, keine Regeln, alles einfach irgendwie.
Aber frei.
So fühlt es sich an.
Aussehen tut es nicht so.

