Schneidereimarkt 2022 – Endlich!

Da geht frau also nach zwei langen, langen Pandemiejahren, wieder auf den Schneidereimarkt. Die Frage steht im Raum: „Kann sie das denn noch?“
Gemeinsam mit der Freundin macht frau sich also auf den Weg nach Schönbrunn. Mit der Aussicht auf Stoff, Schere und was sonst noch so dazugehört.

Und dann.
Und dann was?

Dann trifft frau dort, nicht wirklich verwunderlich, auf jede Menge anderer Frauen, die ihrerseits zwei Jahre Pandemie intus haben. Und frau plaudert und frau … ist erstaunlich überfordert. Überfordert mit dem vielen, wenngleich wunderbaren, Kontakt. Huch!

Sie freut sich innerlich, tanzt johlend ums Feuer und sitzt dabei gleichzeitig mit riesiegen Glubschaugen leicht verängstigt inmitten des Geschehens. Ups!

Helga ist die Organisatorin vom Schneidereimarkt

Aha.
So ist das also.
Wenn man sich nach Gesellschaft sehnt, die einem abgewöhnt wurde. Es ist als würde man mit eingeschlafenen Füßen auf der Startlinie zu einem Sprint knien. Die Füße knistern und die Zehen fühlen sich weit entfernt an, da fällt der Startschuss. Frau lauft los und schaut sich im Fernsehen selber zu, wie sie humpelnd, mit den Armen herumzappelnd versucht Tempo zu machen. „Shit, meine Performance war auch schon mal besser!“, denkt sie sich leicht beschämt, erfreut sich zeitgleich noch an der frischen Luft und dem vollen Stadion nur um dann beim ersten Stoffstandl an der Strecke verzückt stehen zu bleiben. „“Oh, das ist aber ein schönes Stöffchen!“

„War das früher auch so?“, „Schon alles ein bissi verwirrend!“
„Macht es einen Unterschied, wie es war?“, antwortet sie sich von innen selber. „Es ist jetzt so! Geh’ und du genieß es! Es wird dauern bis du das wieder drauf hast!“

Und weil sie immer gut gefahren ist damit auf diese Stimme zu hören, befühlt sie glücklich die Stoffe und gibt dabei Bemerkungen ab, die ihr irgendwie sozial unbeholfen erscheinen. Aber was soll’s, es müssen doch rein theoretisch alle ein wenig paniert sein von den letzten Jahren. Auch die Anderen. Da fällt eine glubschäugige, happy Mum mehr oder weniger gar nicht auf.

Der Schneidereimarkt war super, will ich damit sagen.

Und hier noch meine „Ausbeute“