Sechs Monate Seife, Essig und Arganöl – Die Haare im Laufe der Pflege

Ich hatte gelesen, dass, wenn man aufhört die Haare mit herkömmlichen Pflegeprodukten zu waschen, sich nach etwa einem halben Jahr, das Feeling der Haare verändert.

Das kann ich so bestätigen.

Im Oktober habe ich begonnen meine Haare mit Seife zu waschen. Als Spülung benutze ich seither Apfelessig und nach einer Weile habe ich mir eine Flasche Arganöl besorgt. Für die Haarspitzen. Arganöl ist echt lässig.

Solltet ihr unter trockenen Spitzen leiden, dann holt euch so ein Flascherl. Und: nehmt ein Kleines. Man braucht nur homöopathische Dosen.

Was habe ich in den sechs Monaten seither erkannt?

Nun, da ist ein mal die Sache mit dem Styling.

Ein wahres AHA – Erlebnis. Meine Haare spielen mit!

Ich brauche keinerlei Styling Produkte mehr. Das Silikon, dass die Haaroberfläche so superglatt und glänzend macht, macht sie eben auch dünner und, weil mir einfach kein besseres Wort einfällt, weniger widerspenstig, weniger formbar. Alles glatt, alles super. Das ist die Devise. Unglücklicherweise ist „alles glatt, alles super“, aber tendenziell stylingbefreit.

Dafür gibt es dann eine geradezu perverse Anzahl an Produkten, die man sich ins „alles glatt und alles super“ werfen kann, damit … ja genau … das nicht mehr so glatt und super ist.

Mein Haar ist dünn. Dazu habe ich viele Haare. Wenn ich früher meine Haare auch nur irgendwie gestylt habe, dann hielt das maximal einen halben Tag. Die andere Hälfte des Tages war es optisch „ausgelutscht“. Das war auch so mit Schaumfertiger plus irgendwelcher Sprays und derlei.

Seit ich die Seife verwende beobachte ich, dass meine Haare einen Hauch dicker sind, weil durch die Seife eben ein wenig aufgeraut oder vielleicht auch nicht so superglatt (alles relativ). Vielleicht ist superglatt ja gar nicht normal?  Auf jeden Fall sind durch dieses Aufgeraute die Haare auch ein wenig „bockiger“.  Das macht sie ideal für Styling, wie ich feststellen durfte. Aha!

Das alles sieht man wohlgemerkt nicht. Aufgrund dieser veränderten Eigenschaften, hält es heute drei Tage, wenn ich mich style. Ganz ohne irgendwas. Ganz. Ohne. Irgendwas.

Das hätte ich niemals für möglich gehalten.

Anmerkung:

Ich habe meine Haare einmal mit Roggenmehl gewaschen, das war, ganz ehrlich, eine sehr angenehme Haarerfahrung. Deutlich mehr auf der Silikonecke vom Glatt- und Weichfaktor, als die Seife. Für Leute mit dicken Haaren oder sehr langem Haar ist es womöglich der gangbarere (welch Wort) Weg.

Also keine Stylingprodukte mehr für mich … und damit auch kein Stylinprodukteverpackungsmüll mehr! Das finde ich nochmal ein Eckhaus super.

Ist jetzt alles raus?

Was ich noch beobachtet habe, ist eben diese sechs Monate Grenze. Wieso genau das so ist, weiß ich nicht gesichert. Ich bilde mir aber ein gelesen zu haben, dass es ziemlich lange dauert, bis all das Zeug, das man sich über die Jahre in die Haare gepappt hat, tatsächlich wieder draußen ist.

Sechs Monate scheint mir halt sehr lange, aber dass sich nach ein paar Monaten etwas tut, kann ich bestätigen.

Meine Haare fühlen sich jetzt anders an. Ich würde sagen, wie nach einer Entschlackungskur. Obwohl das natürlich emotional gefärbt ist. Die Veränderung ist allerdings eines mit Sicherheit: positiv.

Was sich aber wohl am meisten verändert hat, ist meine Einstellung zu meinen Haaren. Ich betrachte sie durch diese Behandlung und die veränderte Aufmerksamkeit meinerseits heute als einen Teil von mir. MEINE Haare.

Das klingt an sich ja naheliegend, es war aber nicht so. Da waren Haare auf meinem Kopf, die ich eben hatte. Heute kenne ich sie. Ich weiß wann sie sich wie geben, was ihnen zusagt und was eher nicht. Dasselbe gilt für meine Kopfhaut. Ich bin geneigt zu sagen: Ich habe meine Haare kennengelernt. Wie eine Person. Ja, meine Haare haben tatsächlich so etwas wie eine eigene Persönlichkeit. Und wißt ihr was?

Meine Haare sind nett!

🙂

Bildquelle: Photo by Mercedes Álvarez on Unsplash

Ich hatte keine Chance ein nettes Bild von mir zu machen. Sorry. Aber ihr kennt mich ja eh! 🙂