Vienna my Love

Immer wieder einmal, wenn ich gar nicht so recht danach suche, finde Wienbilder, die mir besonders gefallen. Heute will ich euch ein paar dieser Bilder zeigen.

Beginnen wir gleich ganz unbescheiden mit dem Durchgang vom Michaelerplatz durch zum Heldenplatz. Für Uneingeweihte: man geht dabei einfach durch mehrere Höfe der Hofburg. Prachtbau. Riesengroß. Pomptrallala. Also, wenn man ehrlich ist.

Wenn man so wie ich dort aber oft durchgeht, dann wird das Ganze mehr so zu einem „Durchgang der halt ein bissi breiter ist“. Die Gewölbe, der Prunk, das alles verschwindet, wenn man es immerzu vor sich hat. Okay, es verschwindet nicht ganz, aber doch viel mehr als man für möglich halten mag.

Mir persönlich helfen tatsächlich die Fotos, die ich für den Blog mache, dabei die Wahrnehmung meiner Stadt nicht ganz so abstumpfen zu lassen. Dieser Tordurchgang ist ein perfektes Beispiel dafür. Ihr würdet es nicht für möglich halten, wie oft ich nicht sehe, was es da eigentlich zu sehen gibt.

Wofür ich tatsächlich meine Augen sehr viel mehr offen habe, sind die Menschen auf den Bildern bzw. auf der Straße. Ich sehe den Mann auf der Bank, die Frau, die davor steht, den Fiaker. Ich sehe, was die Menschen für Kleidung tragen. Die Peterskirche übersehe ich.

In der Stadt stehen reichlich Fahrräder und ab und zu gibt das auch ein gutes Foto ab. Für gewöhnlich ist es aber nicht so einfach ein gutes Bild davon zu machen. Meist sind es eben mehrere Räder, was – mir persönlich – dann schnell zu unruhig wirkt. Zudem sind wo Räder sind, schnell auch Autos. Und Autos … killen jede Gasse optisch. Die Wiener Fassaden brauchen kein Blech davor. Aber das ist wohl ein anderes Thema.

Wo man aber gut mal ein dekoratives Rad mit Wien-Hintergrund sieht, ist in den Innenhöfen. Und da ich ja bekanntermaßen überall reinspaziere, ….

Das nächste Bild ist in einem Innenhof der Hofburg gemacht. Es handelt sich dabei wohl um den Hintereingang der Präsidentschaftskanzlei (das Büro des österr. Präsidenten ist in der Hofburg. Das Bundeskanzleramt ist ein eigenes Gebäude – gegenüber – zu dem man gelangt, wenn man im Bild hier rechts durch den Durchgang geht).

Dass da zwei Gardisten, den Tag abstehen ist nicht oft zu sehen und wirkt wirklich eigen. Der Innenhof ist riesig und sie stehen im hinteren Winkel. Tja. Inszenierung null Punkte. Aber dafür halt lässiges Understatement. Vorne am Haupteingang isses eh offen erkennbar. Also, was soll’s? Passt schon.

Das Papiersackerl, das da steht, ist für mich ja der Star im Foto.

Da ich ja die Menschen gerne beobachte, spricht mich so ein Moment vor einem Theater natürlich besonders an. Alle aufgeputzt, alle ein bissi aufgeregt. Wunderbar.
Man muss nur um bestimmte Uhrzeiten rum, an einem der wirklich reichlich vorhandenen Spielstätten vorbeikommen.

Kleine Anmerkung: obwohl das Ronacher ( so heißt das Theater) mitten in der Stadt ist, liegt es doch so, dass, wannimmer man dort vorbeikommt, es in 95% der Zeit still ist. Dort ist einfach nix los. Dieses Foto kann man untertags nicht machen. Es wäre menschenleer.

Zu guter letzt jetzt noch der Blick hinunter von der Albertina auf die Augustinerstraße und den Lobkowitzplatz. Das gelbe Gebäude ist ein Otto Wagner Bau. Der Blick ist einfach einer meiner Lieblinge. Ich bin oft in der Albertina und daher gehe ich oft die Stiegen dort hinunter und dieser Blick ist immer super! Es liegt vermutlich auf der erhöhten Perspektive. Für gewöhnlich muss man sich Wien ja von unten anschauen ;-).

Mir g’fallt’s halt!

Und? Ist da was für euch dabei?

0
0